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April 28 2012
re:publica 2012 – Einmal alles!
Nächste Woche findet in Berlin die größte Bloggerkonferenz ever statt: Die re:publica 12. Obwohl eigentlich fast niemand mehr bloggt, sondern alle nur noch auf G+, Facebook, twitter und anderen walled Gardens rumposen, wagen sich etwa 4.000 sogenannte Internetblogger_innen vom 2. bis 4. Mai 2012 in die STATION-Berlin.
Die mittlerweile sechtse re:publica verlässt dieses Jahr zum ersten Mal die heiligen und arg lieb gewonnenen Hallen der Kalkscheune und wagt sich auf’s große Parkett. Mit acht Bühnen, zehn Themensträngen, 99 Mehrfachsteckdosen und über 200 Stunden Programm übertrifft sie alles je da gewesene – meine Vorfreude könnte größer kaum sein.
Es fällt mir gerade schwer, Favoriten aus der großen Fülle der Sessions heraus zu picken; ich empfehle euch, das Programm schon vor Anreise gründlich anzuschauen und auszuwählen. Meine beiden persönlichen Highlights liegen auf der Hand:
Bundesweites Treffen der Iron Blogger
Die Iron Blogger Berlin trinken live ihre Bierkasse leer. Wenn ihr zuschauen oder selber Iron Blogger werden oder gar eigene Sektion gründen möchtet, dann kommt am Donnerstag, 3. Mai um 21 Uhr in die re:fill-Bar. Der Eintritt in die Bar (die jeden Abend mit schniekem Musik- und Trinkprogramm aufwartet) ist frei und auch ohne re:publica-Ticket möglich.
Wikimedia Deutschland – Freies Wissen auf der rp12
Wikimedia Deutschland hat erstmals einen eigenen Stand und eigene Sessions bei der re:publica:
Themen rund um Wikipedia und die Schwesterprojekte der freien Enzyklopädie stehen im Fokus. Warum benötigt Wikipedia mehr weibliche Autoren? Wo liegen die Chancen und Probleme freier Inhalte im Bildungsbereich? Was ist relevant für die Enzyklopädie? Wäre Wikipedia auch ohne Internet möglich?
Am Mittwoch starten wir mit einer Einführung in Wikimedias neuestes Projekt: Wikidata, die freie Wissensdatenbank. Der Donnerstag steht im Zeichen der richtigen Weiternutzung freier Inhalte. Am Freitag werden viele Blicke auf die praktische Arbeit der Menschen hinter Wikipedia geworfen.
Das ausführliche Programm gibt es hier als PDF zum downloaden und ausdrucken. Und weil das so hübsch geworden ist, hier ein kleiner Teaser:
Am Mittwoch mittag bin ich gemeinsam mit meinem Kollegen Herrn Sooth und dem Bürgermeister von Wennigsen sogar mit einer eigenen Session dabei: Global Wissen Sharen, lokal handeln. Was du vor Ort für das Netz tun kannst und die Wikimedia dir dabei helfen kann.
Wem das immer noch nicht genug Grund zur Vorfreude ist, die schaue sich das Mobilisierungsvideo mit Markus und Geraldine an:
Oha, und außerdem: Soooo lang nicht mehr gesehene Freundinnen und Freude machen rüber nach Berlin, das gibt ein großes Hallo! Bis Mittwoch, see you in ACT!ON.
March 31 2012
Wikimedia Conference in Berlin
Ich habe gerade kaum Zeit, meinen Iron-Blogger-Soll zu erfüllen, wegen Internet. Genauer: Wikimedia Conference, 29. März bis 1. April 2012 in Berlin; Wikimedia Deutschland ist Gastgeber, und ich Head of Shoulders der Veranstaltungsorganisation. Das ist jetzt schon meine dritte #wmcon, Routine stellt sich noch lange nicht ein.
Die Teilnehmer_innen (gut 20% weiblich; nur 10% vegetarisch) kommen aus 40 Ländern, jedes Wikimedia Chapters entsendet 2 Vertreter, Mitarbeiter und Board of Trustees der Wikimedia Foundation sind dabei sowie freiwillige Helfer und WMDE-MitarbeiterInnen.
Kurze Teaser zu den wichtigsten Themen:
- Am Freitag waren wir in der Tagesschau.
- Bei der Sitzung des Board of Trustees wurde die (sehr umstrittene) Entscheidung zur Zukunft des Fundraisings (Resolution, Funds Dissemination Committee) der Wikimedia Chapter gefällt.
- Die Berliner Erklärung zur Charter der zu gründenden Wikimedia Chapters Association wurde unterzeichnet. “The Chapters Council or Wikimedia Chapters Association is a proposed organization comprising Wikimedia chapters. The council is intended to serve as a central organization for all chapters that join. The purpose of the organization is to promote coordination and accountability among the chapters, represent the chapters on common interests, facilitate the exchange of knowledge and experience, and provide assistance and support in organizational development.”
- Außerdem wurde der Projektstart von WikiData auf Techcrunch als Next Big Thing gefeatured, unzählige Tweets und Medienberichte griffen die Nachricht auf.
Eine Dokumentation der gesamten Verantaltung findet sich im MetaWiki, auf twitter kann man mitlesen, auf Commons (bald) mitschauen. Am Sonntag geht es weiter mit einem BarCamp und vielen weiteren Themen rund um die schöne Welt des Freien Wissens. Gute Nacht!
September 26 2011
Hier gibt es nichts zu editieren.
Bei der Wikipedia-Buchpräsentation hat Khesrau Behroz diesen wunderbaren Text zum Besten gegeben. Wikimedia Deutschland hat ihn nun noch mal vor die Kamera gezerrt und um Wiederholung gebeten.
Nichts zu editieren from Wikimedia Deutschland on Vimeo.
Nichts zu editieren (Khesrau Behroz, CC-BY-SA)
Sie dürfen diese Arbeit missbilligen.
Sie dürfen sie verachten, sie dürfen sich angeekelt fühlen.
Scheuen Sie sich nicht und kritisieren Sie.
Toben und tosen Sie, hauen Sie mit der Faust auf den Tisch,
schmeißen Sie ihn meinetwegen um.
Weisen Sie auf Ihre schwere Vergangenheit hin, denken Sie darüber nach,
welche Verbrechen in Ihrem Land ausgeübt worden sind, aber seien Sie großzügig.
Unter einer Million Toten brauchen Sie gar nicht erst anzufangen.
Spucken Sie beim Sprechen, das verleiht Ihrer Missbilligung einen ganz besonderen Akzent,
sagen Sie Ihrem Gegenüber ruhig, in welchen suboptimalen familiären und sozialen Verhältnissen er oder sie doch aufgewachsen ist,
denn – in der Tat – es muss ja so, es kann ja nicht!
Seien Sie wie Kerner, distanzieren Sie sich sogleich von Ihrer Maßlosigkeit,
schließlich sagen Sie ja nur, Sie meinen ja nicht.
Fluchen Sie, ja, fluchen Sie, wozu haben Sie denn diese Stimme?
Stellen Sie sich trotzig in den Raum und zeigen Sie auf den Urheber – mit dem nackten Finger! –
Schändung!, schreien Sie ruhig “Schändung”, es ist ein außerordentlich kluges Wort –
vergessen Sie nicht, vergessen Sie nicht, dabei ein- und wieder auszuatmen,
Sie wollen es tunlichst vermeiden, dass Ihnen ausgerechnet dann der Atem stockt,
wenn Sie parieren müssen.
Seien Sie kein Klischee, überraschen Sie mit Ihrer Einfältigkeit,
Menschen sind sehr fasziniert von unerklärlicher Dummheit,
sie suchen nach ihr wie ein Detektiv nach einem Mörder.
Machen Sie sich Listen, Pros und Contras – und schmeißen Sie dann die Pros weg,
aber immerhin wissen Sie dann, gegen welche Gegenargumente Sie sich vehement wehren können,
ganz gleich, wie valide die Punkte sind.
Seien Sie selbstherrlich, in Ihrer Welt sind Sie der König, sind SIE die Königin,
werden Sie pampig, das kommt immer sehr gut an.
Lassen Sie Gegenkritik einfach an sich abprallen,
schreien Sie laut in den Raum hinein: ICH BIN EINE EINZIGARTIGE LOTUS-BLÜTE!
Doch vergessen Sie nicht: Wo Sie Recht haben, haben wirklich NUR Sie Recht.
Die Kunst besteht darin, sich von einem ominösen, allwissenden Nebel umschmeicheln zu lassen.
Werden Sie aggressiv, wenn es sein muss.
Das Gegenüber ist nicht immer gewillt, Gepöbel zu ertragen,
aber durch Lautstärke lässt sich dieses Problem sehr leicht lösen,
schreiben Sie in Großbuchstaben, wenn das Medium die Erhebung der Stimme nicht zulässt.
Stecken Sie Ihre Wut in Brand und rennen Sie wutentbrannt durch eine vor sich hinlebende Menschenmasse.
Tun Sie das alles in dem Bewusstsein, dass nichts Ihnen gehört.
Sie müssen absolut nichts verändern, nichts verbessern, nichts verschlechtern,
Sie dürfen das ja nicht einmal,
in einer Welt voller restriktiver Urheberrechte ist jeder Eingriff durch eine dritte Person ein Verbrechen, eine Grenzüberschreitung.
Kulturelles Gut, in der Tat, gehört uns nicht allen, obgleich wir uns damit rühmen.
Es gehört dem oder der Einzelnen und einzig er oder sie entscheidet, was damit geschieht.
Alle wollen sich mitteilen – nur wenige machen mit, teilen.
Optimale Verhältnisse für einen parasitären Kritikjunkie,
fressen Sie ruhig die Untaten der anderen,
rufen Sie die Hotline an und pöbeln Sie,
wenn Sie mal wieder einen Rechtschreibfehler entdecken.
Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu editieren.
Sie dürfen diese Arbeit missbilligen.
Werfen Sie sie an die Wand, wenn Sie mögen, stoppen Sie Türen damit,
halten Sie Fenster offen, machen Sie sich ein Lagerfeuer.
Aber Sie haben hierbei, welch ein Geschenk, die Freiheit, viel mehr zu tun.
Nehmen Sie sich den grässlichsten Text heraus, schreiben Sie ihn um,
verbreiten Sie die neue Version und wenn Sie mögen – verkaufen Sie sie einfach.
Machen Sie Kunst –
reißen Sie das Buch in Stücke und stellen Sie es aus.
Versuchen Sie sich an einem neuen Geschäftsmodell:
Dem Verkauf eingescannter Bücher zu einem Bruchteil des Originalpreises.
Statt 16,99 Euro könnten Sie auch nur 99 Cent verlangen.
Das ist ein guter Preis für eine über 350 Seiten dicke PDF.
Sie könnten auch alle Seiten scannen, die Texte digital extrahieren und sie dann auf eine eigene Internetseite mit vielen Werbeeinblendungen anbieten.
Sie sehen, die Möglichkeiten, Kapital daraus zu machen, aus der Freiheit, mit kulturellem Gut
tun und lassen zu können, was Sie mögen, sind äußerst vielfältig.
Doch: Bleiben Sie fair.
Nennen Sie die Namen der Urheber, wenn Sie schon Schandtaten mit ihren Werken
vollbringen.
Erlauben Sie den Menschen, Ihre eingescannten Dokumente weiterzuverwenden.
Seien Sie Teil einer gigantischen Menschenkette,
seien Sie Zündfunke in einer Gesellschaft, in der Menschen ihre kulturellen Erzeugnisse nicht mehr hermetisch abschließen, sondern für alle öffnen.
Damit eines Tages George Lucas nicht die einzige Person auf diesem Planeten ist, die digital neu bearbeitete Versionen von Star Wars auf den Markt schmeißen kann.
Sie und ich, wir wissen, was für eine schöne neue Welt das wäre.
Sie dürfen diese Arbeit missbilligen.
Sie dürfen aber – und das ist äußerst erstrebenswert – den Anspruch haben und den Anspruch stellen, dass der nackte Finger, der auf den Urheber zeigt, nichts weiter ist als der Anfang eines neuen Schöpfungsprozesses.
July 27 2011
Motivationsfilm für Creative Commons
Im Rahmen des Ideenwettbewerbs WissensWert 2010 von Wikimedia Deutschland wurden von der Community und einer Jury aus 93 Einsendungen acht auserwählt und finanziell unterstützt.
Der Motivationsfilm für Creative Commons von Amadeus Wittwer und seinem Projektteam ist nun online:
Der Motivationsfilm für Creative Commons ist eine Art Werbefilm für Creative Commons, der Kreativen, Kultur- und Medienschaffenden sowie Wissenschaftlern dazu ermuntert, die geschaffenen Inhalte in die kulturelle Allmende einfliessen zu lassen. Im Film wird die Lizenz, die Nutzung und derer Entstehungsgeschichte erläutert.
Dieser Film steht unter einer Creative Commons Namensnennung 3.0 Unported Lizenz und übertrifft damit erfreulicherweise sogar die Wettbewerbsvoraussetzung, die Ergebnisse „mindestens“ unter einer CC-BY-SA zu veröffentlichen. Wer also Lust hat, den Film selber vorzuführen, weiter zu geben, ihn zu remixen oder zu übersetzen (hint, hint!) ist herzlich eingeladen, dies zu tun.
Mitwirkende
Projektleitung: Amadeus Wittwer www.2hofnarr.ch
Regie&Cut&Animation: Adrian Scherzinger www.edprojects.ch
Illustration: Regina Wittwer www.regains.ch
Ton&Sounds: Alain Stoll www.jectified.com
Sprecherin: Sarah Judith Bürge
Sprecher: Philipp Bürkler
Textkorrekturen: Claude Fankhauser, Dirk Dienel
Übersetzung: Barbara Müller www.fepafrika.ch
Finanzierung: Verein Wikimedia Deutschland e.V.
Crossposting. Disclosure: Ich arbeite bei Wikimedia Deutschland und betreue dort das Projekt WissensWert.
July 24 2011
Wikimania workshop: Wikipedia and beyond – Incentivizing engagement
I will be facilitating a 30-minutes workshop at Wikimania in August where I will present and discuss ways of engaging people to contribute to free projects. Before I start preparing slides or arguments, I’d like to find out what the workshop’s participants would like to hear and share.
Can contests, prizes and money engage people in contributing to the Wikipedia/Wikimedia projects? We all are always looking for new and better ways to motivate people to contribute to WP/WM projects. Wikimedia Germany has tried different methods and I’d like to share and discuss some of our diverse experiences. My goal for these 30 minutes is that we all leave with inspiration for increasing engagement.
The workshop starts with my very brief presentation (5 minutes) about our ongoing projects at Wikimedia Germany (like Zedler-Medaille, WissensWert and Wiki loves Monuments) and then the discussion will be open to the audience.
I’d like to involve other chapters in the workshop and hear about their activities. Together, we can develop new ideas and optimize the incentives for making our free projects and contributing to the commons even more attractive.
30 minutes is a very short time for such a diverse topic, so I am happy to collect and structure some ideas beforehand. I am looking forward to your input and hope to see you in Haifa!
I have created an etherpad and invited anyone interested in this topic to participate in the preparation. Thanks for sharing!
If you’re at Wikimania, let me know if you’re planning to take part in the workshop and like to present and discuss these results. Feel free to get in touch via nicole.ebber@wikimedia.de.
My friend Michelle just published a blogpost dealing with the question Why do you participate?. Feel free to let you inspire by her thoughts. :)
- Part of a bigger whole. To play a role in shaping a larger effort you believe in.
- To help others. And to follow your contribution to see how it helped someone succeed.
- Feel needed. Handcrafted requests seem to hit targets more often. People like to know why *they* in particular are needed, what is it that they are bringing that is unique and essential — rather than feeling like an invitation is a mass-ask.
- Achieve a shared goal. If you want to see something happen, then you’re primed to pitch in to make it possible. I think there’s lots of value in this also framed as “solve a common problem.”
- Friends or people you admire are involved. Who doesn’t love hanging out with good people?
- Curiosity. Some folks said they dig any opportunity to learn something new, or to level up their skills in a topic of interest.
- Nice graphics. One guy flat out admitted that he’s more likely to chip in when the project has a good design and visual identity. Looks can matter — and show how much the project cares about presentation.
- Fun. ‘Nuff said.
Not so effective? Some common motivations we *didn’t* mention at all:
- Rewards. Interestingly, many calls for participation offer a reward of some sort (Win an iPad! Have dinner with a star! Earn miles!), but interestingly, no one in the room mentioned that as an incentive that gets them going. Certainly there are successful instances of enticement through money & prizes, but that didn’t seem to be a killer factor.
- Competition & games. Despite much hype about the power of games to get people to do all sorts of stuff, none of us said, “Oh yeah, if I got a 4SQ badge for that, I’d do it.” Not saying those point / badge systems can’t work, but just that its absence from the discussion was interesting.
December 13 2010
IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht
Heute morgen ist die Plattform IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht online gegangen. Ziel ist es, die Einführung des von den Presseverlagen geforderte Leistungsschutzrechtes zu verhindern. IGEL erhält Unterstützung durch mehr als 25 Blogs, Organisationen, Medien und Unternehmen und wird ab sofort über den Stand der Debatte und die wichtigsten Argumente informieren. Ins Leben gerufen wurde die Initiative durch den Publizisten und auf Urheberrecht spezialisierten Rechtsanwalt Dr. Till Kreutzer. Bei der Umsetzung und in der Redaktion unterstützen ihn Philipp Otto und John Weitzmann.
Seit über einem Jahr fordern deutsche Verlage vom Gesetzgeber, ein neues Leistungsschutzrecht für “Presseerzeugnisse” einzuführen. Damit würden bislang vergütungsfreie Nutzungen journalistischer Inhalte im Internet zustimmungs- und kostenpflichtig, die Verlage erhielten so eine neue, staatlich sanktionierte Einnahmequelle. “Das Leistungsschutzrecht soll dazu dienen, den Presseverlagen per Gesetz ein neues Geschäftsmodell zu schaffen. Dafür ist ein “geistiges Eigentumsrecht” weder geeignet noch bestimmt. Es führt unweigerlich zu massiven Eingriffen in die Interessen Dritter”, erklärt Till Kreutzer. “Auf der Plattform IGEL bündeln wir die Interessen all jener, die gegen gravierende Beschränkungen von Freiheitsrechten und eine gesetzliche “Quersubventionierung” der Verlagsangebote auf Kosten aller eintreten.”
Auf der Plattform werden die wichtigsten Wegmarken von 1,5 Jahren Diskussion um ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage aufgearbeitet, Stellungnahmen von Journalisten, Verbänden, der Netzwelt und aus der Industrie dokumentiert, es wird ein Factsheet mit Argumenten gegen das LSR bereitgestellt und aktuelle Nachrichten aufgearbeitet. Um das komplexe und umstrittene Thema verstehen und sich eine eigene Meinung bilden zu können, liefern die Initiatoren sowohl Pro- als auch Contra-Argumente.
Unter den Unterstützern sind Creative Commons, netzpolitik.org, der Chaos Computer Club, die Heinrich Böll Stiftung und auch Wikimedia Deutschland. Weitere Unterstützung ist übrigens herzlich willkommen!
October 27 2010
Wikipedia Academy 2010
Am 19. und 20. November 2010 veranstaltet Wikimedia Deutschland in der Frankfurter Goethe-Universität zum vierten Mal die Wikipedia Academy.
Wissenschaft trifft Wikipedia
Wikimedia Deutschland führt das Konzept der vergangenen Jahre fort: Wikipedia-Community und „Scientific Community“ sollen verstärkt miteinander in Dialog treten. Die Wikipedia ist als ein zentrales Medium aus der modernen Wissenschaftskommunikation kaum noch wegzudenken. Nun gilt es, das öffentliche Verständnis für Prozesse kollektiver Wissensdarstellung zu verbessern, Wikipedia als Plattform für den Dialog mit einer großen, interessierten Öffentlichkeit weiter zu etablieren und die Akzeptanz der freien Enzyklopädie und ihrer Schwesterprojekten weiter zu erhöhen. Rund um die Idee Freien Wissens und Wissensvermittlung wird es z.B. um Qualitätssicherung, Open Access, Freie Lizenzen und Wikipedistik gehen.
Die Energie des Wissens – wer Wissen schafft, bewegt!
In Anlehnung an das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufene Wissenschaftsjahr befasst sich die Academy uns darüber hinaus mit dem Thema „Die Zukunft der Energie“. Welche Debatten beherrschen Wissenschaftsszene und Öffentlichkeit? Warum ist die öffentliche Verfügbarkeit neutraler Information zu Energie und Energieforschung für unsere Zukunft so wichtig? Bei der Beantwortung dieser und weiterer Fragen setzt der Veranstalter zum einen auf die Unterstützung der Experten aus Wissenschaft und Praxis, kann aber zum anderen aber auch auf fundiertes Fachwissen in den Redaktionen und eigenen Projekten zurückgeifen.
Zedler-Medaille
Im festlichen Abendprogramm am Freitag wird die Zedler-Medaille für herausragende, neue Lexikon-Artikel und Bilder verliehen. Wissenschaftler der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie des Verlages Spektrum der Wissenschaft werden unter Moderation von Volker Panzer über “Die Energien des Wissens” und deren positive wie negative Aspekte diskutieren. Im Anschluss bietet sich den interessierten Gästen und glücklichen Gewinnern die Gelegenheit zum Kennenlernen und Gedankenaustausch.
Anmeldung
Explizit sind mit dieser Veranstaltung auch Wissenschaftler angesprochen, die sich bisher nicht intensiv mit der Wikipedia auseinander gesetzt haben, aber einen Einstieg zum Thema suchen. Wikipedianer, Medienvertreter, Internetversteher und andere Autoren, die wissenschaftliche Inhalte produziert und veröffentlicht haben, sind ebenso herzlich eingeladen. Zur Anmeldung bitte hier entlang.
August 30 2010
[[Wikipedia:Ein kritischer Standpunkt]] – Konferenz am 24.-26.09. in Leipzig
Vom 24. bis 26. September 2010 findet die Konferenz [[Wikipedia:Ein kritischer Standpunkt]] in Leipzig statt. Die Konferenz will Wikipedia-ForscherInnen, KritikerInnen und Community-Mitglieder aus dem deutschsprachigen Raum für eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Wikipedia zusammenzubringen. Insbesondere die Bedeutung der Wikipedia für Bildung, Politik, Kultur und Gesellschaft soll hinterfragt und diskutiert werden.
Themenschwerpunkte der Konferenz sind Geschichte und Politik freien Wissens, Digitale Governance, Wikipedia und (politische) Bildung, Wissens(re)präsentationen und die Zukunft der Wissensgesellschaft. Sie leiten sich aus der Bedeutung der Wikipedia für die Neukonfiguration der Wissens(re)produktion und deren Konsequenzen für Öffentlichkeit(en), Architekturen der Partizipation und politische Bildung in der Mediendemokratie ab. Neben Vorträgen etablierter Wissenschaftler wie Christian Stegbauer, Peter Haber, Felix Stalder, Ramón Reichert oder Ulrich Johannes Schneider finden im Rahmen der Konferenz auch eine Podiumsdiskussion mit WikipedianerInnen und KritikerInnen sowie ein Netzwerktreffen für Wikipedia-ForscherInnen statt.
Am Freitag, den 24. September, finden Wikipedia-Workshops für SchülerInnen, Studierende und Interessierte zu den Themen „Artikelrecherche”, „Bebilderung“ und „Administration“ statt. Die Workshops werden von erfahrenen Wikipedianern konzipiert und geleitet und von Wikimedia Deutschland e.V. finanziell unterstützt. Am Abend des 24. September gibt es voraussichtlich ein lockeres Beisammensein für Wikipedianer, WissenschaftlerInnen und Interessierte.
Am Samstagabend findet – ebenfalls von Wikimedia Deutschland initiiert und unterstützt – ein Roundtable „Wikipedia und Wissenschaft“ statt, der dem Austausch von WissenschaftlerInnen und Wikipedianern dienen soll. Für diesen Roundtable ist ab 20 Uhr ein Bereich im Beyerhaus in Leipzig reserviert, Interessierte können sich auf der Projektseite in der Wikipedia eintragen.
Die Konferenz ist öffentlich, es wird keine Teilnahmegebühr erhoben. Nur für den Wikipedia-Workshop und das Netzwerktreffen ist eine Anmeldung per Email erforderlich. Community-Mitglieder sind herzlich willkommen!
Das Konferenzprogramm im Überblick
Freitag, 24. September 2010
Ort: Geisteswissenschaftliches Zentrum der Universität Leipzig (GWZ)
- 10.00 – 14.00 Wikipedia-Workshop
- 15.00 – 18.00 Netzwerktreffen für Wikipedia-ForscherInnen
- Von 18.00 – 24.00 findet an diesem Tag die Lange Nacht der Wissenschaften in Leipzig statt.
Samstag, 25. September 2010
Ort: Bibliotheka Albertina
- 10.00 – 18.00 Vortragsprogramm zu den Themen Geschichte und Politik freien Wissens, Digitale Governance sowie Wikipedia und (politische) Bildung.
- 20:00 – 21:30 Roundtable Wikipedia und Wissenschaft. Ort: Beyerhaus
Sonntag, 26. September 2010
Ort: Bibliotheka Albertina
- 10.00 – 12.00 Vortragsprogramm zu den Themen Wissens(re)präsentationen und Die Zukunft der Wissensgesellschaft
- 12.30 – 14.00 Podiumsdiskussion
Die Leipziger Konferenz setzt die Reihe internationaler Konferenzen der Wikipedia-Forschungsinitiative Critical Point of View fort, die im Januar und März 2010 in Bangalore (Indien) und Amsterdam (Niederlande) stattgefunden haben. Die Leipziger Konferenz wird veranstaltet von cultiv – Gesellschaft für internationale Kulturprojekte e.V. und der Universitätsbibliothek Leipzig. Das Konzept stammt von Geert Lovink, Johanna Niesyto und Andreas Möllenkamp. Sie wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Wikipedia-Workshop und der Roundtable Wikipedia und Wissenschaft werden von Wikimedia Deutschland e.V. gefördert.
Alle Informationen auf der Konferenz-Webseite und auf der Projektseite in der Wikipedia.
Dies ist ein Crossposting aus dem Wikimedia-Deutschland-Blog. Disclosure: Da arbeite ich :)
August 16 2010
Energie des Wissens – Artikel- und Bilderwettbewerb für die Wikipedia gestartet
Ich erlaube mir mal, hier für ein Projekt zu trommeln, an dem ich aktuell bei Wikimedia Deutschland arbeite. Die Zedler-Medaille 2010:
Neue Autoren für die Freie Enzyklopädie Wikipedia zu gewinnen und hochwertige Artikel und Bilder zu generieren, ist das Ziel des laufenden Wettbewerbes von Wikimedia Deutschland. Bereits zum vierten Mal verleiht der gemeinnützige Verein gemeinsam mit der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur und dem Verlag Spektrum der Wissenschaft die Zedler-Medaille. Gesucht und ausgezeichnet werden neue Lexikonbeiträge und Bilder aus Natur- und Geisteswissenschaften sowie zum Thema „Wissenschaftsjahr 2010 – Die Zukunft der Energie“.
Teilnehmen darf jede und jeder! Dieser Wettbewerb spricht zum einen erfahrene Wikipedianer an, zum anderen sollen gerade Wikipedia-Neulinge motiviert werden, sich mit der Idee der Freien Enzyklopädie, Freien Wissens und Freier Lizenzen auseinander zu setzen und sich mit einen kleinen Teil am großartigen Ganzen zu beteiligen. Zentrale Teilnahmebedingung ist dabei, dass die Einreichungen unter die Creative-Commons-Lizenz CC-BY-SA gestellt werden und somit in der Wikipedia veröffentlicht werden können.
Wikipedia ist noch lange nicht fertig
„Die Wikipedia hat aktuell weit über eine Million Artikel und scheint damit für viele Nutzer nahezu fertig. Man findet zwar sehr vieles bei Wikipedia, aber es gibt tatsächlich auch noch viele Lücken im Lexikon, die gefüllt werden können und müssen“, begründet der Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland, Pavel Richter, die Aktion.
Bis zum 30. September haben engagierte Autoren, Fotografen und Grafiker Zeit, ihre Beiträge einzureichen. Die jeweils besten Artikel aus den Kategorien erhalten neben der Medaille ein Preisgeld von 2.000 Euro. Auf die Gewinner des Bilderwettbewerbes warten wertvolle Sachpreise wie Kameraobjektive, Videobrillen und Bildbände. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Wikipedia Academy am 19. November in Frankfurt am Main statt.
Alle Informationen zum Wettbewerb, zu den Teilnahmebedingungen und Gewinnen sowie Banner und Aushänge zum Mittrommeln stehen auf http://wikimedia.de/zedler. Viel Erfolg!
April 11 2010
Ich, Wikimedia und die Wikimedia Conference
Hier ist es gerade mal wieder etwas ruhiger, dabei gibt es großartige Neuigkeiten!
Seit 1. März arbeite ich als Projektmanagerin in Vollzeit-Festanstellung beim gemeinnützigen Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V..
Wikimedia ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die Freies Wissen fördert. Durch die Sammlung, Entwicklung und Verbreitung von Freien Inhalten in allen Sprachen der Welt wird dieses Ziel verfolgt. Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. unterstützt verschiedene Projekte. Das größte ist Wikipedia – die freie Enzyklopädie, deren Betreiber die Wikimedia Foundation ist.
Wow! Endlich kann ich meiner Leidenschaft für Freies Wissen, Freie Kultur und Freie Lizenzen auch beruflich nachgehen und es erwarten mich interessante Aufgaben und Projekte. Außerdem freue ich mich tatsächlich sehr über die Vorzüge der Festanstellung mit Büroarbeitsplatz gegenüber der Arbeit im Homeoffice. Pünktlich zum Start gab es drüben im Wikimedia-Blog eine nette Begrüßung: Zwei neue Kollegen.
Zur Zeit bereite ich die Wikimedia Conference 2010 vor, ein Treffen von MediaWiki-Entwicklern, Vertretern der internationalen Wikimedia Chapter und dem Board of Trustees, das nächste Woche (14. bis 18. April) in Berlin stattfindet. Ich bin sehr gespannt bis aufgeregt, dort ganz viele Wikipedianer und Wikimedianer kennen zu lernen und viel über die Projekte, Strategien und Ziele der Foundation, der Chapter und der Community zu erfahren. Ausführlichere Berichte folgen.
(Ja, gut aufgepasst, das Datum fällt genau auf die re:publica, mein Ticket habe ich schon in gute Hände abgegeben. Zumindest auf der Abschlussparty am Freitag werde ich mich – zusammen mit vielen Gästen unserer Konferenz – doch noch dort sehen lassen.)
Anlässlich meines Abschieds bei mixxt habe ich im mixxt-Blog einen Abschiedsbeitrag verfasst:
Zweieinhalb Jahre bei mixxt – Danke für eine tolle Zeit!
Zweieinhalb Jahre. Was für eine großartige Zeit. Eine Zeit, die mir so viel gegeben hat: interessante Aufgaben, angenehmes Teamwork, neue Freundschaften und vor allem Unmengen an Spaß. Zweieinhalb Jahre war ich Teil von mixxt. Heute ist mein letzter Tag, denn ab dem 1. März bin ich neue Projektmanagerin bei Wikimedia Deutschland.
Als eine der ersten Nutzerinnen (Nutzer-ID 45!!) von mixxt und frühes Mitglied des Teams hat mich der Enthusiasmus der mixxt-Gründer für ihr „Baby“ immer sehr beeindruckt und ich habe viel Neues von ihnen gelernt.
mixxt und ich und Ihr
Zweieinhalb Jahre vergehen rasend schnell, vor allem, wenn man so viele Dinge in diesem neumodischen Internet zu tun hat. Dazu zählten zum Beispiel die Aufgaben, mixxt noch bekannter und beliebter zu machen, neue Zielgruppen und Partner zu recherchieren und unsere Software durch intensives Testen, Reporten und Wünschen immer weiter zu verbessern. Schön war auch, dass ich als Projektleiterin für die Lokalisierung Einfluss auf Sprache und Formulierungen im mixxt-System nehmen konnte und außerdem unsere Übersetzungstabellen und -richtlinien optimiert habe. Außerdem konnte ich die Social-Media-Strategie des Unternehmens mitgestalten und habe auch im Bereich unserer White Label Community Lösungen einen Teil der Kommunikation übernommen.
Am Wichtigsten in all der Zeit war mir ohne Frage der Kontakt mit unseren Kunden, unseren Nutzern, unseren Kritikern und Fans, kurz: mit Euch! Per Twitter, unseren Blogs und der Support-Communtiy standen wir ständig in Verbindung. Ihr habt mixxt zu einem der wichtigsten Community-Baukästen im deutschsprachigen Netz gemacht. Dank Euch ist mixxt zum Quasistandard für die Organisation deutschsprachiger Barcamps und anderer Unkonferenzen geworden. Und genau die lagen und liegen mir besonders am Herzen.
Seit meinem allerersten BarCamp in Köln im Winter 2006 sind BarCamps für mich zu einer Leidenschaft geworden, die ich mit vielen mir lieb gewordenen Menschen teile. Hier konnte ich meine Scheu vor eigenen Präsentationen überwinden, weil sich alle Teilnehmer auf Augenhöhe begegnen und außerdem dankbar sind für den inspirierenden Wissensaustausch. Mich beeindrucken immer wieder die offene Atmosphäre und die Begeisterung und der Aktionismus aller Beteiligten.
Meine Erfahrungen habe ich versucht, im Leitfaden für die Organisation eines BarCamps zu sammeln und mit den Antworten anderer Organisatoren zu bündeln, um so der Community zumindest ein Teil dessen zurückzugeben, was sie mir gegeben hat.
Die Zukunft
Zwei wichtige Projekte, die erst im nächsten Monat das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden, sind die Premium-Funktionen und die neuen statischen Info-Seiten inklusive eines umfangreichen FAQ- und Hilfe-Bereiches. Bei den Premium-Funktionen habe ich zusammen mit Oliver die Kommunikation mit der Presse und potentiellen Interessenten vorbereitet, die Texte der statischen Seiten und FAQ liefern aktuelle und hilfreiche Informationen zur mixxt GmbH und unserer Software.
Dankeschön.
Dankeschön an alle mixxt-Benutzer, Kunden und Partner für Euer konstruktives Feedback, Eure aktive Beteiligung an vielen Diskussionen und den durchweg freundlichen Dialog. Ihr seid sensationell!
Dankeschön an mixxt, Dankeschön an Oliver, Christian und Philipp, Dankeschön an Philip, Jan, Jakub, Sebastian, Christoph und Axel und alle ehemaligen mixxter. Die Zusammenarbeit mit euch war immer konstruktiv, eure Arbeits- und Kommunikationskultur immer offen und angenehm. Ihr rockt! Bloß eure Esskultur lässt geringfügig zu wünschen übrig, aber das muss ja niemand wissen.
Im Ernst: ihr werdet mir fehlen. Zumindest als Gründerin eigener Communities und aktive mixxt-Nutzerin bleibe ich Euch selbstverständlich erhalten.
Auf zu neuen Taten. 2010 wird spitze!
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